Die Academia Raetica ist Dachorganisation und Ansprechpartnerin für universitäre Forschung und Lehre in der Region Graubünden. Sie umfasst dreiundzwanzig medizinische, technische, natur-, geistes- und sozialwissenschaftliche institutionelle Mitglieder und zehn Partner-Institutionen. Ihre Mitglieder sind eigenständige Institutionen mit national oder international anerkannter Exzellenz. Zu den Aufgaben der Academia Raetica zählen die Entwicklung des Forschungsplatzes Graubünden in seiner wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung, die Förderung der Zusammenarbeit der Forschungsinstitutionen untereinander, mit den Hochschulen und der Wirtschaft, sowie die Information von Öffentlichkeit, Politik und interessierten Kreisen über Umfang, Expertise und Ergebnisse der Bündner Forschung. Seit 2009 betreibt sie ihre Geschäftsstelle in Davos, wo eine bedeutende Konzentration an Forschung besteht.

Mit der einstimmigen Annahme des kantonalen Gesetzes über Hochschulen und Forschung (GHF) im Oktober 2012 legte der Kanton Graubünden eine entscheidende gesetzliche Grundlage zur weiteren Entwicklung von Forschung und Lehre in Graubünden und zur Stärkung der ansässigen Forschungsinstitute. Das Gesetz ermöglicht dem Kanton die Erteilung von Leistungsaufträgen mit Globalbeiträgen an universitäre und andere Forschungsstätten. Mit einem Beitrag zur Grundfinanzierung der Institute können die Nachteile der wissenschaftlichen Tätigkeit in der Peripherie gemildert werden. Die Academia Raetica pflegt eine enge Zusammenarbeit mit den Amtsstellen des Kantons Graubünden und unterstützt deren Tätigkeit bei übergreifenden Fragen von Forschung und Lehre. Sie unterstützt die Umsetzung des neuen Gesetzes.

Ein wichtiges Projekt der Academia Raetica auf Basis des neuen Gesetzes ist der Aufbau der Graduate School Graubünden. Damit sollen die in der Region tätigen Doktorierenden und Post-Doktorierenden gefördert, die Bündner Forschungsinstitutionen besser mit Schweizer Universitäten vernetzt und der Forschungs- und Ausbildungsplatz Graubünden gestärkt werden. Ein erstes Memorandum of Understanding wurde mit der ETH und der Universität Zürich unterzeichnet. Es regelt die Zusammenarbeit im Bereich der Life Sciences. Die institutionelle Gründung der Graduate School erfolgte am 18. Dezember 2013. Die Zusammenarbeit umfasst die fachliche Aus- und Weiterbildung von Doktorierenden und Post-Doktorierenden, die Weiterbildung in überfachlichen Kompetenzen, übergreifende Veranstaltungen und Projekte, die Vernetzung des akademischen Nachwuchses, ein Forum für Betreuende von Doktorierenden und Öffentlichkeitsarbeit.  Diese Aktivitäten sollen die fachlichen Qualifikationen der jungen Forschenden steigern, die Attraktivität des Forschungsplatzes erhöhen und damit einen wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag für Graubünden und damit auch für Davos leisten.